Ist das jetzt plötzlich ein Foodblog? Nein, bewahre mit Kochen beschäftige ich mich schon genug im Alltag. Es geht um ein Daheim für meine Kartoffeln und einen Brotkörbchen Einsatz.
Vor einiger Zeit habe ich mit Supermarkt-Punkten meiner Familie ein neuer Brotkorb gegönnt. Die Einlage ist ein festes Stoffkörbchen. Ich habe die Masse übernommen und ein neues Körbchen daraus gebastelt. Dafür habe ich extra eine Vorlage gezeichnet. Bekanntlich sind diese Körbchen schnell genäht. Entsprechend habe ich nun eins für das Brot und ein anderes für meine Kartoffeln genäht. Den Brotkorb stelle ich jeweils mit dem geschnittenen Brot auf den Tisch. Wenn es verräumt ist, wird es im Küchenschrank verstaut. Ähnlich ist es mit den Kartoffeln. Dieser Korb verbringt fast sein ganzes Leben in meiner Lebensmittelschublade. Da bleiben sie im Dunkeln. Sonst hätte ich wohl am besten gleich noch einen Deckel dazu genäht. Den nähe ich wahrscheinlich trotzdem auch mal noch; bekanntlich sind ja wir Schweizer Raclette-Liebhaber. Wir lieben Gschwellti oder Raclette-Herdöpfel und die kommen normalerweise im Körbchen auf dem Tisch (die Übersetzung folgt am Schluss).
Speziell an meinem Körbchen ist, dass es zum Boden hin etwas kleiner wird. Es ist also ausladender als andere Utensilo. Damit bietet es mehr Platz und dank dem anbügelbaren Volumenvlies ist es stabil genug.

Genäht sind die sogenannten Utensilo ratzfatz:
In zwei (verschiedenen) Stoffen doppelt zuschneiden. Die gleich Form auch aus Einlage zuschneiden und auf den Innenstoff bügeln. Rand zusammennähen und falls nicht im Bruch geschnitten auch die Bodennaht. Anschliessend die restlichen Löcher (Ecken) noch sinngemäss schliessen. Beide Utensilo (Innen/Aussen) rechts auf rechts ineinander stecken und Oberkante nähen, dabei die Wendeöffnung nicht vergessen. Das Ganze wenden. Ich habe es zu diesem Zeitpunkt gebügelt und dabei die Wendeöffnung zusammengesteckt. Mit einem Zierstich und einem wasserlöslichen Stickvlies habe ich ein schönes Blumenband aufgenäht und damit auch gleich die Wendeöffnung geschlossen. Dieses Vlies ist auf den Fotos noch erkennbar, sobald der Stoff das nächste Mal gewaschen wird, sollte es verschwinden.
Es gibt eine Menge Tutorials, wie Utensilo genäht werden, falls meine Zeilen nicht klar sind.

Fakten
Kartoffelbeutel
Stoff: Reste aus meinem Fundus (Reststoff zweier Turnsäcke) und Vichystoff
Schnittmuster: eigene Vorlage
Sticknaht: Stich 102
Vlies: dickeres Bügell-Volumenvlies, damit es Volumen erhält und Gschwellti etwas länger warm hält.
Diesem Schnitt habe ich an der Oberkante überall noch 2 cm dazugegeben und die ausladenden Linien entsprechend verlängert.
Brotkörbchen
Stoff: Fester Baumwoll-Dekostoff
Vlies: dickeres Bügellvlies, damit es ein bisschen Volumen erhält
Aufwand zum nähen maximal 1 Stunde
Falls dir das Körbchen auch gefällt, darfst du mein Schnittmuster Brotkorb von sib7ni herunterladen.
Es hat ungefährt die Grösse 20 x 20cm und eine Höhe von ca. 9 cm.
Gschwellti sind im Wasser gekochte Kartoffeln und Herdöpfel nennen wir auf Schweizerdeutsch die Kartoffeln

